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“Ich kann doch gar nicht singen”

Wenn ich sage, dass ich Yoga und Gesang unterrichte, ist das zu 80% die Antwort: “Ich kann nicht singen!”

Ich frage dann natürlich immer nach, warum mein Gegenüber das denkt und wir kommen meistens schnell zu der Frage, ob eigentlich jeder Mensch singen kann? Wenn jemand tatsächlich stumm ist, wird es mit dem Singen schwierig, aber ansonsten bin ich fest davon überzeugt, dass jeder Mensch singen kann! Also auch du 😉

Jeder Mensch kann singen!

Wie komme ich auf diese Idee? Erstens sprechen wir ja bereits und der Schritt zum Singen ist dann nicht mehr weit. (Meistens ist es sogar eher eine psychische Sache, als eine physische, aber dazu an anderer Stelle mehr.) Physiologisch gesehen sind genau die gleichen Organe beteiligt und der größte Unterschied besteht darin, die Atmung anders einzusetzen (vgl. Cramer: Das Buch von der Stimme – 1998). Hier helfen also die Atemübungen aus dem Yoga (Pranayama), die Ausatmung zu verlängern, bewusst zu atmen und so die Singstimme zu verbessern.

Zweitens hat fast jede*r bereits in der Kindheit gesungen und mit dem Singen ist das ein bisschen so wie mit dem Fahrradfahren: das verlernt man nicht. Im Kindesalter sind unsere Hemmschwellen sehr gering und wir singen lauthals und voller Freude. Wenn wir dann in die Schule kommen, fängt so langsam die Beurteilung der Qualität der Stimme an und wir vergleichen uns mit anderen. Meist reicht dann schon ein unpassender Kommentar von einer Tante oder einem Mitschüler und wir singen nie wieder einen lauten Ton.

singender Junge mit Mikrofon
Photo by Jason Rosewell on Unsplash

Drittens behaupte ich nicht, dass jede*r zu einer Anna Netrebko oder einem Robbie Williams wird, aber jede*r kann an seiner Singstimme arbeiten und so Verbesserungen erzielen. Viele “Falschsinger” haben auch ein Defizit im Hören von Tönen, das dazu führt, dass der Ton falsch reproduziert wird. Aber auch hier kann viel Übung zu großen Fortschritten führen und nicht über Nacht, aber nach ein paar Wochen oder Monaten schon viel erreicht werden.

Viertens ist beim Hören wie auch beim Schmecken vieles Geschmackssache. Während man meine Freundin mit der tiefen Stimme von Henning May (von Annenmaykantereit) auf die Palme bringen kann, finde ich sie wunderbar tönend und erfüllend. Ich stattdessen kann Herbert Grönemeyer nicht zuhören – tausende von Fans bezeugen aber das Gegenteil. Wenn also eine Person der Meinung ist, dass deine Stimme nicht toll klingt, hat das noch gar nichts zu sagen!

Singen macht gute Laune

Wissenschaftlich erwiesen schüttet Singen (vor allem in der Gruppe) Endorphine aus und macht damit glücklich (siehe auch: https://www.spektrum.de/frage/macht-singen-gluecklich/1630772). Das Hormon Oxytozin, welches Wohlbefinden steigert, wird durch das Singen vermehrt. Außerdem verbessert es die Haltung und regt den Kreislauf an. Diese Effekte nutzen kannst du aber leider nur, wenn du wirklich auch singst! Trau dich doch einfach mal. Fange unter der Dusche oder im Auto an, wenn keiner dabei ist, und lasse deine Stimme klingen. Ich bin mir sicher, dass sie nicht so schlimm klingt, wie du befürchtest 😉

Probiere es einfach mal aus! Schau doch auch mal bei meinen Veranstaltungen, ob es einen passenden Workshop oder Kurs für dich gibt!

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