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Die richtige Haltung fürs Singen

Damit die Atemluft richtig fließen und Zwerchfell, Beckenboden und Kehlkopf sich flexibel bewegen können, ist eine aufrechte Haltung für das Singen optimal. Dabei sollten die Beine ungefähr hüftweit geöffnet auf dem Boden stehen. Das Gewicht wird gleichmäßig auf beiden Füßen verteilt. Versuche auch, nicht zu sehr auf den Fußballen und nicht zu sehr auf den Fersen zu stehen, also auch hier eine Balance zwischen vorn und hinten zu finden. Deine Knie sind nicht durchgedrückt, sondern ein ganz kleines bisschen gebeugt, sodass du hier locker federn kannst. Als Gegenübung kannst du mal versuchen, alle Gelenke im Körper zu versteifen und dann zu singen – na, wie funktioniert das? Weiter nach oben ist dein Becken gerade, du machst kein Hohlkreuz und auch keinen runden Rücken, sondern pendelst dich in der Mitte ein. Deine Schultern liegen tief und deine Kopfhaut zieht nach oben, während dein Kinn parallel zum Boden ist.

Kann ich auch im Sitzen üben?

Ganz ehrlich? Besser nicht 😉 Aber ich weiß ja auch, dass das Stehen über mehrere Stunden (je nachdem wie lange du übst), ganz schön anstrengend sein kann. Daher kannst du dir auch einen Stuhl zur Hilfe nehmen und dich da am Besten ganz an die vordere Kante setzen, sodass dein Becken ein bisschen nach vorn kippen kann. Dadurch sollte es dir leichter fallen, deine Wirbelsäule gerade nach oben ausgerichtet zu lassen. Und darauf solltest du wirklich achten. Lassen die Schultern nicht nach unten sacken und mache keinen Rundrücken, der deine Lunge einengt. Stehe zwischendurch ab und zu auf und singe im Stehen. Dann versuche die Phasen, in denen du stehst, Tag für Tag und Woche für Woche zu verlängern. Denn wenn du dann mal einen Auftritt hast, kannst du vermutlich auch nicht sitzen und daher ist es besser, wenn du auch auf das lange Stehen gut vorbereitet bist.

Was mache ich, wenn ich ganz verspannt bin?

Wenn du zu Verspannungen neigst, schüttele einmal deinen ganzen Körper so richtig durch. Von den Beinen bis ganz hoch zur Kopfhaut, lass dich komplett gehen. Wenn dir das peinlich ist, schließe am Besten beiden Augen und bleibe ganz für dich. Alternativ kannst du dich auch einfach für zwei Minuten im Klo einschließen und da so richtig zappeln. Mach das wirklich mal zwei Minuten am Stück, lass auch deinen Kiefer und deine Zunge dabei ganz locker schwingen (ohne dass die Zähne aufeinander schlagen ;-)). Danach kannst du deine Haltung für das Singen wieder von den Füßen nach oben hin aufbauen. Die Schüttelübung kannst du übrigens auch ohne Verspannungen immer mal wieder durchführen!

Welche Übungen kann ich für eine gute Haltung beim Singen noch machen?

Ganz wunderbar bereitet dich zum Beispiel der Stuhl (Utkatasana) aus dem Yoga für die richtige Haltung beim Singen vor. Hierzu bringst du die Oberschenkel zusammen und beugst dabei deine Knie. Dazu kannst du noch deine Arme von unten nach oben kreisen, bis sie in der Verlängerung deiner Wirbelsäule nach vorne oben zeigen. Vergesse hier das Atmen nicht und bleibe drei tiefe Atemzüge in dieser Position. Dann nimm die Hände wieder nach unten und löse auch die Kniebeuge wieder auf. Schüttele einmal die Beine aus und dann mach die Übung noch einmal. Damit stärkst du deinen unteren Rücken und bereitest dich somit super für langes Stehen vor.

Wenn du das ganze mit persönlicher Begleitung üben möchtest, dann vereinbare doch gleich deine Probestunde für mein Einzelcoaching oder komm zu einem meiner Seminare im In- und Ausland!

Quellen: Stimme-Sprechen-Sprachgestaltung. Nikolaus Drebinger. Brigg Verlag, S. 23ff.

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